Australien – Rotes Land, rote Erde. Australien ist ein wunderschönes Land. Es hat mich nicht losgelassen und deswegen musste ich wieder dahin fahren. Und nun war es soweit.
Dieses Mal machte ich die Pläne mit einer anderen Freundin, mit der ich schon mehrmals verreist war. Als Jahreszeit wählten wir auch den Herbst bzw. das Ende der Regenzeit.

Los ging es also im April, wenige Wochen nachdem ein großer Orkan auf die Nordostküste Australiens getroffen ist und erhebliche Schäden hinterlassen hat. Unsere Flüge starteten an einem Sonntag Abend und führten uns zuerst in 6 Stunden von Frankfurt am Main nach Dubai. Nach wenigen Stunden Aufenthalt flogen wir weiter nach Brisbane. Dieser Flug dauerte dann noch einmal 14 Stunden, aber da sich dies für uns wie die Nacht anfühlte, verbrachten wir unsere Zeit im Flugzeug mit Schlafen und die Zeit verging schnell.

Brisbane

Frühmorgens kamen wir in Brisbane an. Mit dem Airtrain sind wir dann in die Stadt direkt zur Central Station gefahren. Die Tickets hierfür hatten wir bereits vorher online gebucht. Nur ein paar hundert Meter entfernt erreichten wir unsere Unterkunft, Annies Shandon Inn. Dieses Bed and Breakfast ist zwar etwas altbacken, aber dafür ordentlich und sauber, in relativ zentraler Lage und bietet kontinentales Frühstück an. Dieses beinhaltete ein paar Sorten Cornflakes, Toast mit Honig, Peanut Butter oder Marmelade, Orangensaft und Tee. Das Frühstück in Hostels und BnBs sieht meist so aus.
Wir waren zwar schon recht früh am Morgen dort, aber unser Zimmer war bereits frei und wir konnten es sofort beziehen und sogar noch frühstücken. Danach starteten wir das Sightseeing in Brisbane. Zuerst gingen wir zu St John`s Cathedral. Danach liefen wir in Richtung Story Bridge, um dann den Weg, der am Ufer des Brisbane River entlangführt, nach Süden zu laufen. Wir kamen vorbei am Central Business District und dem Riverside Centre. Schließlich erreichten wir den Botanischen Garten, welcher sehr grün und idyllisch ist. Man trifft hier oft auf sogenannte „dragons“, Bartagamen und anderen Echsen, und auch Ibisse sind überall. Außerdem begegneten wir einer Python, die sich neben dem Weg durch das Unterholz schlängelte. Weiter ging es zur Queensland University of Technology, dem Old Government House und dem Parliament House, schöne und eindrucksvolle Gebäude. Danach liefen wir zur Cathedral of St Stephen, dem Anzac Square und der City Hall.

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Der Kontrast zwischen altehrwürdigen Gebäuden und Hochhäusern hat seinen ganz eigenen Charme und bietet reichlich Material zum Fotografieren. In der Innenstadt lässt sich alles gut zu Fuß erreichen und man sieht immer wieder diese gewundenen Bäume. Dies sind entweder Weeping figs (evtl. Birkenfeige) oder Strangulating figs (Würgefeige).

Lone Pine Koala Sanctuary und Southbank Parklands

Am nächsten Tag haben wir eine Brisbane River Cruise mit der Mirimar gemacht und sind damit zum Lone Pine Koala Sanctuary gefahren. Hier gab es verschiedenste Tiere von Dingos, Vögeln und Schlangen bis hin zu vielen Koalas und man kann sogar einen Koala auf den Arm nehmen oder sich eine Schlange um den Hals legen lassen. Der Park lässt sich das natürlich gut bezahlen, aber man erhält auch ein Foto davon und das ist es dann schon wert.

Wieder zurück im Zentrum sind wir zu den Southbank Parklands gegangen. Dort gibt es auch den Brisbane-Schriftzug, der leider von vielen Touristen, Einheimischen und Kindern zum Klettern benutzt wird und den man kaum ohne Personen auf ein Foto bekommt. In der Nähe gibt es noch die Nepalesische Pagode mit einem kleinen Park, in dem auch häufig Echsen anzutreffen sind, und die Lagune der Stadt, eine Möglichkeit zum Baden.

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Tamborine-Nationalpark

Wir hatten eine Tagestour in den Lamington-Nationalpark gebucht. Allerdings wurde diese zwei Tage vorher aus betrieblichen Gründen storniert. Ich nehme an, dass durch den Orkan ein paar Wochen zuvor Straßen in den Park weggespült wurden und deswegen die Tour ausfallen musste. Wir haben stattdessen eine Tour zum Tamborine-Nationalpark gebucht. Bei dieser Tour sind wir auch vorbeigekommen an unterspülten und dadurch gesperrten Straßen.

Die Tour startete am Brisbane Transit Centre und wir waren nur ca. 8 Leute in einem kleinen Bus. Wir haben den Regenwald im Park besucht, waren bei den Cedar Creek Falls und haben eine Glowworm Cave Tour gemacht. Glowworms sind Insektenlarven, die in Fäden von der Höhlendecke hängen und leuchten. Sie werden durch Licht gestört und am Leuchten gehindert, weshalb das Fotografieren in der Höhle verboten war. Aber auch ohne Foto waren die Glowworms sehr beeindruckend und fast etwas magisch. Mittagessen gab es in der Cedar Creek Winery. Dann waren wir noch bei einer Fütterungsstation für Rainbow Lorikeets, bei der man viele Gelegenheiten hat diese bunten Papageien zu fotografieren. Ein Kookaburra saß in einem der Bäume. Dies ist eine Jägerlieste aus der Familie der Eisvögel und sie klingen als würden sie lachen. Gum trees mit ihren kahlen Stämmen haben wir ebenfalls gesehen.

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Fraser Island

Mit Sunset Safari Tours hatten wir eine dreitägige Fraser Island-Tour gebucht. Diese Tour startete wieder im Brisbane Transit Centre um 7 Uhr und wir waren 38 Leute in einem höhergelegten Bus. Die Fahrt Richtung Insel dauerte einige Stunden. Ab Rainbow Beach ging es mit einem Frachtkahn in nur 15 Minuten nach Fraser Island. Der Highway auf der Insel liegt direkt am Strand im Sand und man darf dort sogar 80 km/h fahren. Wir haben auch gleich zu Beginn zwei Dingos gesehen, die am Strand nach Futter gesucht haben. Es leben ca. 300 Dingos auf der Insel und unter Umständen können sie auch aggressiv sein.

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Fraser Island ist Teil des Great-Sandy-Nationalparks und ist mit ihren 120 km Länge und 25 km Breite die größte Sandinsel der Welt. Es gibt viele Süßwasserseen auf der Insel, die kristallklares Wasser aufweisen. Einige sehr bekannte Fotos der Insel sind vom Lake McKenzie mit weißem, feinen Sand und türkisfarbenen Wasser.
Wir waren am Lake Birrabeen, der ebenfalls einen puderzuckerartigen Sandstrand hat, dessen Sand so fein ist, dass ich ihn auch noch Wochen später nach dem Waschen in meinen Klamotten, die ich dort getragen habe, fand.

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Es war wie ein Paradies dort an diesem See. Wir haben noch eine kleine Wanderung im Regenwald bei Pile Valley gemacht. Die Geräuschkulisse im Regenwald ist wirklich so, wie man es sich vorstellt. Immer zwitschert irgendwo ein Vogel und ein anderer gleich danach.
Unsere Unterkunft auf Fraser Island war das Eurong Resort. Hier hatten wir ein großes Mehrbettzimmer, das wir mit zwei anderen Deutschen geteilt haben.

Am nächsten Morgen sind wir zeitig aufgestanden und zu einem wunderschönen Sonnenaufgang an den Strand gegangen. Mit der Tour sind wir dann zur Kirra Sandblow gefahren, auf die Düne gelaufen und haben einen Boomerang fliegen lassen. Unser Tourguide hat uns gezeigt, wie das geht, und der Boomerang ist sogar ein kleines Stück wieder zurückgekommen. Auf dem Wanderweg zurück zum Bus sind wir erneut einer Python begegnet.

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Unser Weg führte uns dann zu den Champagne Pools, wo es leider angefangen hatte zu regnen, aber es war warm, also war das nicht so schlimm. Den Aussichtspunkt am Indian Head haben wir erklommen, wir waren mit den Füßen im Eli Creek und haben das Schiffswrack der Maheno gesehen, die 1935 wegen eines Orkans auf Grund gelaufen ist.

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Am dritten Tag sind wir zum Lake Wabby gefahren. Durch den Wald, über Stock und Stein, einen sandigen Weg entlang und über Dünen sind wir zum See gelaufen.Der Weg war anstrengend und die Sonne prasselte auf uns hernieder, aber der Weg hat sich gelohnt. Der See war schön kühl und umgeben von hohen pitoresken Sanddünen.
Von dort ging unser Weg aber wieder zurück aufs Festland nach Rainbow Beach und dann nach Brisbane.

Zurück in Brisbane haben wir unser restliches Gepäck in unserer vorherigen Unterkunft abgeholt und sind mit dem Airtrain zurück zum Flughafen zum Domestic Terminal gefahren. Hier sollte unser Flug am nächsten Morgen über Adelaide nach Alice Springs starten. Da der Flug bereits 6:10 Uhr losging und mitten in der Nacht kein Zug zum Flughafen fuhr, sind wir schon am Abend zuvor zum Flughafen gekommen und haben die Nacht dort verbracht. Ein sehr freundlicher Sicherheitsangestellter hat uns auch die zum Schlafen bequemeren Sitzplätze gezeigt und damit waren die paar Stunden Schlaf am Flughafen gar nicht so schlimm.
Die Flüge waren alle pünktlich, den Start vom ersten Flug habe ich komplett verschlafen und am Nachmittag sind wir mit einer halben Stunden Zeitverschiebung in Alice Springs angekommen. Es gibt hier einen Shuttleservice von Alice Wanderer zu den Hotels und Hostels in der Stadt, in dem wir gerade noch die letzten beiden Plätze bekommen haben.
Unsere Unterkunft war die Alice Lodge Backpackers, ein kleines einfaches Hostel außerhalb des Stadtzentrums. Wir waren noch ein paar Lebensmittel einkaufen und mussten hierfür ins Zentrum laufen, wobei wir vielen Aborigines begegnet sind. Diese sind oftmals arbeitslos und drogen- oder alkoholabhängig und daher ist es nicht immer angenehm ihnen zu begegnen. Man sollte hier nachts auch nicht mehr in der Stadt unterwegs sein. Die Polizei- und Security-Präsenz ist hier deutlich erhöht und wirklich notwendig. Das Aggressionspotential der Aborigines ist auch nicht von der Hand zu weisen und manchmal streiten sie sich auch untereinander und dann läuft ein blutüberströmter Aborigine durch die Straßen. Wir hatten zum Glück nur die Nächte in dem Hostel in Alice Springs verbracht, da dies kein angenehmer Ort zum Verweilen ist.

West MacDonnell Ranges – West Macs

Mit Emu Run Experience hatten wir eine West MacDonnell Ranges-Tour gebucht und waren bei Flynn´s Grave, Simpson Gap, Standley Chasm, Ochre Pits, Ormiston Gorge, Glen Helen Gorge und Ellery Creek Waterhole.
Flynn´s Grave ist nur etwas außerhalb von Alice Springs an einem idyllischen Ort mit Bank und Gum tree. John Flynn war der Gründer der Fliegenden Ärzte in Australien.
Simpson Gap ist eine große Felsspalte mit einem Wasserloch. An den Felswänden kann man Black-footed rock wallabies sehen. Und in der Tat haben wir mehrere dieser niedlichen Tiere gesehen. Eine beeindruckende Schlucht mit senkrechten Felswänden ist Standley Chasm. Dort gab es für uns einen Morgentee und Kekse.
Die Ochre Pits sind eine heilige Stätte der Aborigines, in denen sie ihren Ocker für Zeremonien geholt haben. Der Ocker ist verschiedenfarbig in Schichten angeordnet und leuchtet v.a. bei tiefstehender Sonne in eindrucksvollen Farben. Wir haben die Ockergrube zwar am helllichten Tag gesehen, aber dies war auch sehr, sehr schön.
Bei der Ormiston Gorge, einer Schlucht mit roten Felswänden und einem idyllischen Wasserloch, haben wir Mittagessen gemacht. Wie so oft auf dieser Art von Tour gab es Wraps mit Wurst, Käse und Gemüse gefüllt. Auf anderen Touren hatten wir auch Sandwiches zubereitet und einmal gab es sogar so etwas wie Brötchen.
Glen Helen Gorge und Ellery Creek Waterhole sind ebenfalls sehr sehenswerte Attraktionen.

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Das rote Zentrum – Uluru-Kata Tjuta

Mit der Rock-Tour haben wir eine dreitägige Tour im Outback zum Watarrka- und dem Uluru-Kata Tjuta-Nationalpark gemacht. 5:30 wurden wir im Hostel abgeholt und sind ca. 5 Stunden mit einem Bus zum Kings Canyon, dem Watarrka-Nationalpark gefahren. Es waren 28°C, trockene Hitze und auch einige Wolken am Himmel. Wir nahmen drei Liter Wasser mit und liefen den Heartattack-Hill hoch, der Beginn des Rimwalks, der etwas 6,5 km lang ist. Der Heartattack-Hill ist ein sehr steiler Berg mit unregelmäßig hohen Steinstufen. Der Anstieg wird in der Gegend so genannt, weil mal ein Besucher nach dem Anstieg einen Herzinfarkt bekommen hat. Die Wanderung war wunderschön und auch nicht zu warm, da sich der Himmel zunehmend mit Wolken verhangen hat.

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Abends sollten wir planmäßig ein Bushcamp zum Übernachten anfahren. Dort hätten wir mit Swags – Einmannzelten – draußen geschlafen. Die Toilette wäre eine ausgehobene Grube im Boden gewesen. Da jedoch ein Gewitter aufzog und es sehr stark regnete und häufig blitzte, mussten wir unsere Pläne ändern und sind zum Campingplatz in Yulara gefahren. Da unser Aufenthalt dort nicht angemeldet war, gab es nicht mehr genug Schlafplätze in den Zelten und somit haben sechs Leute aus unserer Gruppe, darunter auch wir, die Nacht im Bus verbracht.

Am nächsten Morgen sind wir zu den Olgas gefahren, in der Sprache der Aborigines Kata Tjuta genannt. Wir haben eine Wanderung im Valley of the Winds gemacht. Diese dauerte ca. 3 Stunden und war 7,5 km lang. Anfangs waren die Berge noch mit Wolken verhangen, aber später wurden sie von der Sonne beschienen, wodurch sie rötlich leuchteten.

Da wir nicht wussten, ob es abends wieder regnen würde, sind wir bereits nachmittags zum Uluru, dem Ayers Rock, gefahren. Dies ist ein großer, roter Fels, der wohl einst bei seiner Entstehung senkrecht stand und umgekippt ist und noch mehrere Kilometer in den Erdboden hineinragt. Im Cultural Centre gibt es viele Geschichten aus der Traumzeit der Aborigines zu erfahren und natürlich auch Kunst und Souvenirs zu kaufen. Dann haben wir am Uluru den Mala Walk gemacht und sind zum Sonnenuntergang – es waren kaum Wolken am Himmel – zu einem Aussichtspunkt vom Uluru gefahren. Die Aussicht hier bei tiefstehender Sonne war magisch, denn der Fels leuchtete in einem intensiven Rot.

Abends hatten wir dieses Mal Zelte auf dem Campingplatz in Yulara gebucht. Wir haben ein Lagerfeuer gemacht und einen Känguruschwanz darin gebraten. Man kann diese kaufen und legt sie mit Haut und Haaren in die Glut, was fürchterlich riecht. Das Fleisch selbst schmeckt aber gut.

An unserem letzten Tag haben wir den Uluru Base Walk gemacht, ein ebener, einfacher Weg, mit dem man um den gesamten Felsen herum läuft. Auf dem Weg zurück nach Alice Springs haben wir uns im Mt. Ebenezer Roadhouse jeweils ein gemaltes Aborigine-Bild gekauft. Unterwegs waren wir für eine Pause am Mt. Connor-Lookout. Hier war der Sand am Rande der Straße und auf einer kleinen Düne daneben so rot, dass es sehr beeindruckend war. Man hatte hier Aussicht auf Mt. Connor und den Lake Amadeus, einem Salzsee. Ein weiterer Rastplatz war eine Kamelfarm, bei der man für nur $9 einen Kamelritt machen konnte. Es war etwas wackelig auf dem Kamel und v.a. als sich das Tier aus dem Liegen aufgerichtet hat, musste man sich Mühe geben nicht herunter zu fallen.

Von Alice Springs nach Darwin

Wieder in Alice Springs angekommen, hatten wir schon für den nächsten Morgen eine Tour mit Wayoutback gebucht, bei der wir innerhalb von drei Tagen nach Darwin kommen sollten. Auf einer ersten Etappe sind wir etwa 680 km bis zur Banka Banka Cattlestation gefahren. Unterwegs überquerten wir den südlichen Wendekreis, genannt Tropic of Capricorn. Ab hier beginnen die Tropen und es gibt es keine Jahreszeiten mehr, sondern Regen- und Trockenzeit. Auf dem Stuart Highway, der das gesamte Land einmal von Adelaide im Süden nach Darwin im Norden durchquert, begegnet man immer wieder den für Australien typischen Road trains, Straßenzügen, d.h. LKWs mit zwei oder drei Anhängern. Die Road houses, Raststätten an denen man vorbeikommt, sind teilweise in unterschiedlichsten Themen gestaltet. Zum Beispiel gibt es in Wycliffe Well das UFO Centre of Australia.
Eine heilige Stätte, die ebenfalls auf dem Weg nach Norden liegt, sind die Devils Marbles, in der Sprache der Aborigines Karlu Karlu oder Karlwekarlwe genannt. Diese Murmeln sind runde Granitfelsen entstanden durch Erosion, die entsprechend den Legenden der Traumzeit die Eier der Regenbogenschlange darstellen sollen.

Die Campingplätze auf dieser Tour waren wirklich super. Wir waren in einem relativ privaten Teil des Campingplatzes in Banka Banka untergebracht und haben in Swags draußen geschlafen. Diese Einmannzelte sind wie eine Art großer Schlafsack aus robustem Material, in die man mit dem eigenen Schlafsack hineingeht. Der Kopf schaut dann natürlich aus dem Swag heraus, wie bei einem normalen Schlafsack. Ich konnte im Swag an der frischen Luft wirklich gut schlafen. Etwas ablenkend dabei waren die Sterne am Himmel. Man konnte deutlich die Milchstraße sehen und es gab viele, viele Sterne. Das war wirklich toll. Hier sieht man den südlichen Sternenhimmel und das Kreuz des Südens, Southern cross, ein kleines, markantes Sternenbild.

Die nächste Etappe ging nach Katherine. Wir machten Halt am Daly Waters Pub, an dem schon viele Leute zuvor ihre Andenken hinterlassen haben. Egal ob Geldschein, Foto, Ausweis oder BH, der Pub war tapeziert mit diesen Andenken.
In Mataranka waren wir bei dem Weltrekordhalter Nathan Griggs, der mehrere Weltrekorde im Peitsche-Knallen hält. Er zeigte uns auch eine kleine beeindruckende Vorführung. Unsere Gruppe konnte ebenfalls versuchen die Peitsche knallen zu lassen, aber nur wenige haben diesen Ton wirklich geschafft. Ich habe es auch nicht schaffen können, sondern mir stattdessen die Peitsche unfreiwillig gegen Ohren oder Beine geschlagen.
Die Bitter Springs Thermal Pools haben wir ebenfalls besucht. Man konnte dort auch baden gehen, aber das Wasser sah nicht sehr einladend aus und Warnschilder für harmlose Süßwasserkrokodile gab es auch.

Am nächsten Morgen sind wir in den Nitmiluk-Nationalpark gefahren zur Katherine Gorge. Dort haben wir eine kleine Wanderung unternommen. Klein war sie, weil die Luftfeuchtigkeit schon recht hoch war und da wir dies nicht gewohnt sind, ist selbst eine kleine Wanderung anstrengend für uns gewesen. Am Visitor Centre haben wir viele Flughunde gesehen und im Fluss war eine Schildkröte.

Wir sind dann nach Darwin gefahren und abends hat sich unsere Gruppe noch einmal im Monsoons zum Abendessen getroffen. Wir hatten Pizza gegessen, aber diese war so salzig, dass ich nur die Hälfte essen konnte. Es ist uns bereits vorher schon einmal passiert, dass eine Pizza sehr salzig war. Und das war der Fall bei zwei von zwei Pizzen. Ob das einen bestimmten Grund hat, habe ich leider nicht herausgefunden.

Kakadu- und Litchfield-Tour

Mit Territory Expeditions haben wir eine dreitägige Kakadu- und Litchfield-Tour gemacht. Auf dieser Tour waren wir nur zehn Leute und das war bezogen auf die Leute die beste Tour gewesen. Die meisten der Reisenden waren allein unterwegs und daher ist man mit jedem der Anderen sehr schnell ins Gespräch gekommen. Wir sind zuerst zu einer Wetland River Cruise gefahren. Auf der Bootstour haben wir eines der harmlosen Süßwasserkrokodile und auch ein aggressives Salzwasserkrokodil gesehen. Danach ging es in den Kakadu-Nationalpark zum Nourlangie-Rock, auf dessen kleinen Rundwanderweg man viele Felsmalereien betrachten kann. Hier trifft man auch auf Asiatische Weberameisen mit einem verhältnismäßig großen grünen Hinterleib. Wenn man diese Ameisen ein wenig ärgert und dann den grünen Hinterleib ableckt, schmeckt es nach Zitrone. Abends waren wir auf einem Campingplatz im Nationalpark, auf dem es keinen Strom gab und das Toiletten- und Duschhäuschen ein paar Gehminuten entfernt war. Dafür gab es ein großes Küchenzelt, in dem wir im dunkeln Kerzen angezündet haben. Allerdings haben wir in dem Küchenzelt eine Huntsman, eine Riesenkrabbenspinne, entdeckt. Jemand aus der Gruppe hat sie eingefangen und nach draußen gebracht. Draußen gab es aber auch Cane toads, Aga-Kröten, deren Rücken giftig ist.

Am zweiten Tag der Tour haben wir uns verschiedene Wasserfälle im Park angeschaut und sind zu einem Aussichtspunkt gewandert. Abends waren wir im Caravan Park in Pine Creek und hatten ein Achtbett- und ein Vierbettzimmer für die gesamte Gruppe. Zum Abendessen hatte unser Guide ein paar exotische Fleischsorten mitgebracht und somit konnten wir Känguru, Büffel und Krokodil probieren. Krokodil war sehr trocken und zäh, Känguru und Büffel haben aber gut geschmeckt und erinnerten mich an Rind.

An unserem letzten Tag in dieser Gruppe waren wir im Litchfield-Nationalpark. Wir waren bei den Termite mounds, großen Termitenhügeln, bei den Florence Falls und noch einem anderen Wasserfall, dessen Name ich leider nicht mehr weiß. Abends waren wir zurück in Darwin, wo wir zum Abendessen in der Mitchell Street waren.

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Darwin

In Darwin waren wir am Mindil Beach, bei dem das Wetter aber nicht gut war, und im Museum and Art Gallery of the Northern Territory, aber leider war die Indigenous Art Gallery nicht geöffnet. Der Rest des Museums war kostenlos und sehr interessant. Den halben Tag haben wir mit Souvenirshopping in der Smith Street Mall zugebracht.

Bevor wir unseren Heimflug antraten, haben wir uns den Botanischen Garten bei schönstem Sonnenschein angeschaut. An einem Samstag Mittag haben wir dann unser Gepäck aus dem Motel abgeholt und sind mit dem Taxi zum Flughafen gefahren. Da Darwin keine entfernten internationalen Ziele anfliegt, mussten wir erst nach Perth fliegen und dann wieder über Dubai nach Frankfurt. Mit dem Zug ging es von dort nach Hause und damit war dieser tolle Urlaub wieder viel zu schnell vorbei.
Drei Wochen waren es. Man hat mehrere Monate darauf hingefiebert und dann sind drei Wochen wieder wahnsinnig schnell vorbei. Es war ein sehr, sehr schöner Urlaub mit vielen tollen Eindrücken. Ich habe etwa 3000 Fotos gemacht. Australien ist und bleibt ein wundervolles Reiseziel trotz der vielen giftigen und gefährlichen Tiere, und es soll auch nicht mein letzter Urlaub dort gewesen sein!

See you, wonderful Australia!

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