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Der persönliche Blog von Michaela Vogel

Costa Rica – Reisebericht eines Backpackers

Um einen Urlaub in Costa Rica möglichst entspannt und stressfrei beginnen zu können, sollte man gewisse Dinge vorher schon wissen und beachten. Die beste Zeit, um das Land zu bereisen, ist von Dezember bis April, da ab Mai die Regenzeit losgeht.

Das Geld

Die offizielle Währung in Costa Rica ist Colones. 500 Colones entsprechen je nach Kurs etwa 1$. Man kann aber auch in großen Städten oft mit US-Dollar bezahlen. Ich selbst bin mit 100$ eingereist und habe davon Taxi und Hostel bezahlt, aber bereits am nächsten Tag habe ich das Geld bei einer Bank in die Landeswährung eingetauscht, da in kleinen Städten und ländlichen Regionen Dollar nicht immer akzeptiert werden. Um den Rest des Urlaubs Bargeld zu erhalten, sollte man eine Kreditkarte dabeihaben. Allerdings wird die Mastercard nicht überall akzeptiert und es gibt oft Probleme damit. Am besten geeignet ist eine Visa-Card. Man sollte auch beachten, ob Gebühren beim Geldabheben im Ausland anfallen, um sich danach zu richten.

Vorbereitungen

Wenn man als Europäer in Costa Rica einreisen will, benötigt man die Impfungen, die man als Europäer sowieso haben sollte (Diphterie, Tetanus…), und Hepatitis A und B sind auch angeraten. Es gibt noch eine Sonderregelung, wenn man aus Gelbfieber-Endemiegebieten einreisen will, aber über diese sollte man sich im speziellen Fall erkundigen. In einzelnen Regionen gibt es ein Malariarisiko, aber das zentrale Hochland und San Jose sind malariafrei. Ein gut ausgestatteter Backpacker, der viel durch das Land reisen möchte, sollte aber durchaus eine Malariaprophylaxe dabei haben.

Die Sprache

Amtssprache in Costa Rica ist Spanisch und meiner Meinung nach sollte man auch tatsächlich etwas Spanisch sprechen können oder zumindest mit jemandem zusammen reisen, der dies kann. Ich fand es besonders erstaunlich, dass in der Hauptstadt San Jose kaum Menschen Englisch sprechen können, am ehesten aber noch die Taxifahrer oder Mitarbeiter von Hostels. Ansonsten findet man in den typischen Touristenstädten durchaus Leute die Englisch sprechen, aber auch nicht jeder. Also bei einer Individualreise würde ich Spanisch sehr empfehlen.

Sehenswerte Naturschönheiten

Meiner Meinung nach gibt es drei Dinge, die man in Costa Rica unbedingt gesehen haben sollte: Vulkane, Regenwald und Strände. Berühmte Vulkane sind der Arenal, bei dem man nachts angeblich rotglühende Lava sehen soll, der Vulkan Poas und der Irazu. Die beiden Letzteren liegen in der Nähe der Hauptstadt San Jose und sind in einem Tagesausflug mit Bussen gut zu erreichen. Ein besonders bekanntes Regenwaldgebiet ist in Monteverde/St. Elena. Dieser sogenannte Nebelwald bietet eine vielfältige Flora und Fauna, die über zahlreiche Wanderwege gut zu erkunden sind. Man kann dabei auch viele Tiere beobachten (Tukane, Göttervögel, Kolibris, Brüll-, Klammer- und Kapuzineraffen, Faultiere, Eidechsen). Die Sand an den Stränden Costa Ricas ist aufgrund der vielen Vulkane im Land meist grau bis schwarz, aber es gibt durchaus auch weiße Traumstrände mit Palmen in der Karibik (z.B. Cahuita). Der Nationalpark von Cahuita ist ebenfalls sehr empfehlenswert, aber man sollte unbedingt Mückenschutz mitnehmen.

Ein Schachbrett als Stadtplan

Costa Rica ist innerhalb der Länder Mittel- und Südamerikas wohl das teuerste Land, aber das Reisen mit Bussen ist relativ preiswert. Es gibt aber auch einige Nachteile dabei. Im Bus wird nämlich nur selten gesagt, welche Haltestelle die nächste ist und an den Haltestellen selbst ist auch nicht gekennzeichnet, wie diese heißen und wo man sich befindet. Mir ist es z.B. passiert, dass ich einmal in der falschen Stadt ausgestiegen bin und selbst das habe ich nicht sofort bemerkt, da die Städte in Costa Rica sehr ähnlich aufgebaut sind. Die Straßen der Städte sind nämlich im Schachbrettmuster regelmäßig angeordnet. Die waagerecht verlaufenden Straßen heißen „Avenida“, die senkrechten heißen „Calle“ und die Straßen selbst sind durchnummeriert. Außerdem gibt es Busbahnhöfe in den Städten, aber in größeren Städten (z.B San Jose, Cartago) gibt es leider nicht nur einen Bubsbahnhof, sondern mehrere, die in der Stadt verteilt und auch gar nicht so einfach zu finden sind, weil diese oft in Hinterhöfen gelegen sind.

Die Übernachtungen

Um preiswert zu reisen, bieten sich Hostels gut an. Eine Nacht im Hostel kostet meist zwischen 8 und 25$, aber Warmwasser ist nicht überall vorhanden. Besonders in Küstengebieten ist man jedoch froh über eine kalte Dusche. Die Hostels sind einfach ausgestattet mit Schlafsälen, manchmal auch Einzelzimmern, teilweise mit eigenem Bad oder mit Gemeinschaftsbädern. Bettwäsche gehört meist zum Preis dazu, manchmal sogar auch Handtücher, und teilweise Frühstück.

Und nun zu meiner eigenen Reise. Ich war genau eine Woche in Costa Rica, zusammen mit einer Freundin. An einem Montag früh 5.30 ist unser Flugzeug in San Jose gelandet, zumindest stand das auf dem Ticket, aber der Flughafen ist eigentlich nicht in San Jose selbst, sondern in Alajuela, einer benachbarten Stadt. In Alajuela haben wir erst einmal unser Hostel aufgesucht. Es heißt Margaritas und liegt im Stadtteil La Giralda. Man bezahlt dort 25$ pro Nacht und erhält drei volle Mahlzeiten. Es gibt Mehrbettzimmer mit eigenem Bad. Ich finde dieses Hostel sehr zu empfehlen und auch die Besitzerin, Margarita, ist total nett. An dem Montag haben wir uns dann ein paar Städte angeschaut. Zuerst waren wir in Alajuela zum Geld tauschen, Getränke kaufen etc. und sind dann nach San Jose gefahren und haben dort ein bisschen Sightseeing gemacht. Die Stadt an sich ist gar nicht so toll, aber es gibt einen wunderschönen kleinen Kunsthandwerksmarkt. Wir sind dann mit dem Bus weiter nach Cartago gefahren, wo eine sehr schöne Basilika steht. In der Nähe von Cartago befindet sich auch ein ansehnlicher Botanischer Garten.

Am Dienstag sind wir früh mit dem Bus nach Monteverde/St. Elena gefahren und als wir dort angekommen sind, haben uns gleich die Leute von den Hostels „überfallen“, um uns anzuwerben. Das war ganz schön nervig und erlebt man so sonst kaum in Costa Rica. Haben uns dann das Hostel „Pension St. Elena“ ausgesucht, wo wir für 8$ übernachten konnten. In dem Gebiet befinden sich zwei Nationalparks, der Nationalpark Monteverde und der Nationalpark St. Elena. Beide zeigen Nebelwald bzw. Regenwald mit üppiger Flora und Fauna. Man kann dort Tukane sehen, mit ein bisschen Glück Göttervögel (Quetzal) und auch Agutis, viele Eidechsen, Spinnen, Kolibris und vieles andere. Am Eingang zum Nationalpark Monteverde gibt es eine Kolibri-Futterstation, wo jede Menge dieser Tiere zu beobachten sind. In St. Elena selbst gibt es mehrere Insektenausstellungen und einen Bat Jungle, wo Fledermäuse gesund gepflegt werden.

Am Mittwoch Nachmittag sind wir wieder zurück in die Hauptstadt gefahren und haben dort die Nacht im „Tranquilo Backpackers Hostel“ verbracht, ebenfalls in einem Mehrbettzimmer für 10$, aber ohne eigenem Bad. Das Schöne an den Hostels ist, dass es fast immer Hängematten gibt, die wunderbar bequem sind und zum Verweilen einladen.

Ab ins Paradies

Am nächsten Morgen sind wir dann ganz zeitig mit dem Bus in die Karibik nach Cahuita gefahren (kostet max. 8$). Dort haben wir uns für zwei Nächte in das Hostel „Cabinas Palmer“ eingetragen. Wir hatten dort ein kleines Doppelzimmer mit eigenem Bad und natürlich einer Hängematte. Das Zimmer hat 10$ pro Nacht und Person gekostet und ist auch nicht weit vom Strand entfernt. Dort haben wir uns dann wie im Paradies gefühlt.

Weiße Sandstrände, Palmen, Kokosnüsse, Sonne satt und 30°C. Warmes Wasser zum Duschen braucht dort dann auch keiner mehr. Warmwasserduschen sind in den Küstenregionen sowieso nicht sehr verbreitet. Cahuita selbst ist eine kleine süße Touristenstadt mit vielen Bars und Restaurants.

Es gibt dort auch ein Nachtleben und die Menschen sind furchtbar freundlich, aber das haben die Costaricaner so an sich, immer ein Lächeln auf dem Gesicht und auch wenn sie dein Englisch nicht verstehen, sind sie hilfsbereit, notfalls mit Händen und Füßen. In den Touristenregionen findet man durchaus einige Leute, die Englisch sprechen können, aber in San Jose gibt es dergleichen kaum.

In Cahuita ist auch der Eingang zum Nationalpark mit einem 6 km langen Wanderweg um die Halbinsel herum. Man kann wieder jede Menge Tiere sehen, wie Leguane, Krabben, Brüllaffen, Klammeraffen, Kapuzineraffen, einen sehr zutraulichen Waschbär, der auch Essen aus Rucksäcken stehlen kann, Basilisken und viele andere.

Puerto Viejo ist eine kleine Küstenstadt, die mit dem Bus gut zu erreichen ist. Dort ist ebenfalls ein Botanischer Garten, der so ganz anders gestaltet ist, als der in Cartago. Es ist definitiv ein lohnenswerter Ausflug dahin. Am Ende des Rundganges durch den Botanischen Garten erhält man ein Glas frisch gepressten Saft, aus selbst angepflanzten Früchten, und man kann Kakaobohnen und ähnliches probieren.

Tohuwabohu in der Hauptstadt

Am Samstag Nachmittag sind wir dann mit dem Bus zurück nach San Jose gefahren. Der Bus hatte eine Stunde Verspätung und so sind wir erst gegen 21.30 in San Jose angekommen. Dort haben wir dann erfahren, dass an diesem Abend ein großes Konzert in der Hauptstadt stattfindet und am nächsten Tag noch ein wichtiges Fußballspiel (alle Costaricaner sind verrückt nach Fußball), weshalb alle Hostels und preiswerten Hotels belegt waren. Da zu dieser Uhrzeit nur noch wenige Busse fahren, sind für für 30$ mit dem Taxi nach Alajuela gefahren und haben dort in einem recht teuren Hotel übernachtet (65$ pro Nacht pro Zimmer).

Der weite Weg zum Vulkan

Am nächsten Tag wollten wir dann zum Vulkan Irazu. Es fährt jeden Tag genau ein Bus zum Irazu und dieser startet 8Uhr am Gran Hotel in San Jose. Wir sind mit dem Bus von Alajuela nach San Jose gefahren, aber der Bus hat so unheimlich lange gebraucht, dass wir den Bus zum Irazu verpasst haben. Dieses Vorhaben war damit leider gescheitert. Also haben wir uns in den Park gelegt und dort den Tag verbracht.

Die letzte Nacht waren wir dann wieder bei Margarita in Alajuela und am Montag früh 5Uhr sind wir mit dem Taxi zum Flughafen gefahren und von dort ging es dann zurück ins kalte, ungemütliche Deutschland. Eine paar kleine Eigenheiten gibt es bei der Ausreise noch zu beachten. Zum Einen muss man eine Gebühr von z.Z. 28$ bezahlen (bar oder mit Kreditkarte), um wieder ausreisen zu dürfen. Zum Anderen muss man viel Zeit für die Sicherheitskontrollen einplanen. Drei Stunden vor dem Abflug sollte man in jedem Fall am Flughafen sein. Es gibt eine große Sicherheitskontrolle für alle Reisenden. Nach diesem Sicherheitsbereich kommt einen Teil, wo es mehrere Geschäfte gibt. Wir hatten die Idee uns dort noch etwas zum Trinken zu kaufen, damit wir unterwegs jederzeit versorgt sind. Allerdings gab es kurz vor dem Gate noch eine kleine Sicherheitskontrolle, bei der man auch die Rucksäcke und Taschen öffnen musste, wo uns dann die Getränke wieder abgenommen wurden, obwohl uns die Kassiererin aus dem Geschäft sagte, dass wir die Getränke mitnehmen dürften.

Auch wenn wir nur eine Woche in Costa Rica waren und dort auch nicht alles glatt gegangen ist, womit man bei so einer individuell geplanten Reise einfach rechnen muss, war diese Reise den langen Flug und das viele Geld durchaus wert.

Und hier gehts zu meinen schönsten Fotos von Costa Rica.

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2 thoughts on “Costa Rica – Reisebericht eines Backpackers
  • Wow, nur eine Woche nach Costa Rica. Das ist ja mal krass. Klar, das Land ist schön, das kann ich bestätigen, denn immerhin wohne ich dort 😉 Doch für mich persönlich ist diese Reise so anstrengend und wenn ich denke, ich müsste das in einer Woche 2 mal machen… Nein danke 😉

    Freut mich natürlich trotzdem, dass es dir gefallen hat und du ein gutes Erlebnis hattest 🙂 Falls du mal wieder kommst, kann ich dir bestimmt noch einige Tipps geben 😉

    Beste Grüsse aus dem bereits regnerischen Costa Rica
    Daniel… 🙂

  • Dagmar sagt:

    Hallo Daniel,

    ich werde für 4 Wochen nach Costa Rica reisen, und es würde mich interessieren ob Du da noch wohnst. Dein post ist ja schon etwas älter ?

    Grüße Dagmar

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